Für L. S.

Verschlungene Fetzen zeichnen die Leere

um Körper, verletzlich,

und Leiden brutal in Blicken.

Mich schrecken die Risse im Leib

und Anzeigenmärkte.

Kichernd, die Mumien hängen verschämt,

gedemütigt, entmenscht bis auf

Dinge, die leben länger.

 

 

 

Erinnert

 

In meiner Welt, die Häuser

stehen dicht und leer,

vermoost die Hallen, Türme starren.

Klippen, Wälder: tiefe Farben.

Selbst das Wetter äußert Innen.

 

Gesichter in vollen Basaren und Schänken,

voller Nähe, Wissen, Grausamkeiten,

ihre Blicke bergen Namen, ihre Körper flechten Sein.

Seltsame Rätsel aus Lust und aus Flucht

zerfließen, zerspringen ins Allerlei.

 

Jemand schuf all dies als Botschaft.

Sie zu lesen ist zu gehen, und verstehen ist zu fühlen,

und zu sehen mit dem Selbst.

Eine weiche Sehnsucht hält mich fremd

nach jeder Rückkehr in mein zweites Sein.

Und dennoch ist sie unverzichtbar, denn

der Leser kann nicht Teil des Textes bleiben,

den er schuf.